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Inhaber und Chefs im Gespräch, aus erster Hand.

Führung

Delegieren lernen: Drei typische Fehler und wie Inhaber sie vermeiden

Wer seinen Betrieb selbst aufgebaut hat, gibt ungern ab. Drei Fehler machen das Delegieren schwerer als nötig, und alle drei lassen sich beheben.

Von der Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Eine Hand übergibt über einer Werkstatttheke einen Schlüsselbund.
Eine Hand übergibt über einer Werkstatttheke einen Schlüsselbund.Bild: mit KI erstellt

Dass Sie mehr abgeben sollten, wissen Sie vermutlich längst. Trotzdem landen die wichtigen Fragen am Ende wieder auf Ihrem Schreibtisch. Oft liegt das nicht am fehlenden Willen, sondern an der Art der Übergabe.

Fehler eins: Sie geben Arbeit ab, aber keine Entscheidungen

Stellen Sie sich vor, eine Mitarbeiterin soll einen neuen Lieferanten auswählen. Sie holt Angebote ein, vergleicht Preise und kommt dann mit drei Rückfragen zu Ihnen. Am Ende entscheiden doch Sie. Die Arbeit ist verteilt, der Engpass bleibt derselbe.

Entlastung spüren Sie nur, wenn Sie auch Entscheidungen übertragen. Legen Sie fest, was die Person allein entscheidet, wo sie Sie vorher fragt und wo Sie das letzte Wort behalten. Eine Betragsgrenze schafft Klarheit, zum Beispiel: Bis 2.000 Euro entscheidet sie selbst, darüber sprechen Sie gemeinsam.

Machen Sie die neue Zuständigkeit auch nach außen sichtbar. Sagen Sie Kunden, Lieferanten und Kollegen, wer jetzt entscheidet. Sonst klingelt weiter Ihr Telefon.

Achten Sie auch auf den umgekehrten Weg. Kommt jemand mit einem Problem zu Ihnen, fragen Sie zuerst: Was schlagen Sie vor? So bleibt die Aufgabe dort, wo sie hingehört. Und Ihr Mitarbeiter lernt, Lösungen mitzubringen statt Fragen.

Fehler zwei: Der Auftrag bleibt ungefähr

„Kümmern Sie sich mal um die Messe.“ Dieser Satz klingt nach Delegation und lässt doch alles offen. Was heißt kümmern? Bis wann? Mit welchem Geld? Und woran erkennen Sie beide, dass es gut gelaufen ist?

Beschreiben Sie das Ergebnis, nicht den Weg. Ein guter Auftrag nennt Ziel, Termin, Mittel und Grenzen. Wie die Arbeit erledigt wird, entscheidet die Person, die sie macht. Bitten Sie zum Schluss darum, den Auftrag in eigenen Worten zusammenzufassen. Was dabei fehlt, fehlt später auch im Ergebnis. Danach genügen ein paar Zeilen per E-Mail. Dann erinnern sich in zwei Wochen nicht beide an etwas anderes.

Passen Sie die Übergabe an die Person an. Wer eine Aufgabe zum ersten Mal übernimmt, braucht mehr Anleitung und engere Absprachen. Wer sie schon beherrscht, braucht vor allem Freiraum. Behandeln Sie beide gleich, überfordern Sie die einen und bremsen die anderen.

Fehler drei: Beim ersten Stolpern holen Sie die Aufgabe zurück

Das erste Ergebnis ist selten so gut wie Ihres. Sie haben die Aufgabe hundertmal erledigt, Ihr Mitarbeiter zum ersten Mal. Wer jetzt sagt „Das mache ich schnell selbst“, spart heute eine Stunde und zahlt dafür Woche für Woche.

Ein Ergebnis darf anders aussehen als Ihres, solange es seinen Zweck erfüllt.

Eine Überschlagsrechnung mit erdachten Werten: Eine Aufgabe kostet Sie jede Woche zwei Stunden. Die Einarbeitung kostet Sie einmalig acht Stunden. Nach vier Wochen ist diese Zeit wieder hereingeholt. Bei rund 45 Arbeitswochen im Jahr bleiben Ihnen unter dem Strich etwa 80 Stunden. Das sind zwei Arbeitswochen mit je 40 Stunden.

Holen Sie die Aufgabe deshalb nicht zurück. Sagen Sie, was gut war und was beim nächsten Mal anders sein soll. Vereinbaren Sie anfangs mehr Zwischenstände und lassen Sie diese mit der Zeit weg. Ein Ergebnis darf anders aussehen als Ihres, solange es seinen Zweck erfüllt.

Überlegen Sie vorher, wo Fehler teuer würden: bei wichtigen Kunden, bei der Sicherheit, bei größeren Summen. Dort begleiten Sie enger. Überall sonst darf die Person ausprobieren und auch einmal danebenliegen. Aus eigenen Fehlern lernt sie oft mehr als aus Anweisungen.

Der erste Schritt

Nehmen Sie sich eine halbe Stunde und notieren Sie, womit Sie die vergangene Woche verbracht haben. Markieren Sie, was nur Sie tun können: Entscheidungen über Richtung, Geld und Personal, dazu einige wichtige Kundenbeziehungen. Alles andere kommt zum Abgeben infrage.

Wählen Sie daraus eine Aufgabe, die regelmäßig wiederkehrt und nicht zu heikel ist. Übergeben Sie sie mit den fünf Punkten aus dem Kasten. Sprechen Sie nach vier Wochen offen darüber, was gut läuft und wo die Person mehr Spielraum braucht. Dann nehmen Sie sich die nächste Aufgabe vor. Mit jeder Übergabe wächst das Vertrauen auf beiden Seiten.

Alte Gewohnheiten kommen in hektischen Wochen gern zurück. Ertappen Sie sich dabei, ungefragt einzugreifen, halten Sie kurz inne: Geht es um die Sache oder um Ihr Bedürfnis nach Kontrolle?

Delegieren ist keine Charakterfrage. Es ist eine Fertigkeit, und Fertigkeiten lassen sich üben.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI.

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