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Führung

Warum gute Mitarbeiter kündigen und was Chefs vorher übersehen

Eine Kündigung ist das Ende einer Entscheidung, nicht ihr Anfang. Woran Sie die Zeichen früher erkennen und welches Gespräch Sie jetzt führen sollten.

Von der Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Holztisch mit Kaffeetassen, Notizbüchern und Stiften nach einer Besprechung.
Holztisch mit Kaffeetassen, Notizbüchern und Stiften nach einer Besprechung.Bild: mit KI erstellt

Die Kündigung liegt auf Ihrem Tisch, und sie stammt ausgerechnet von jemandem, auf den Sie sich immer verlassen konnten. Für Sie kommt sie überraschend. Für die Person, die geht, ist sie der Schlusspunkt einer langen Überlegung. Die wichtigere Frage lautet deshalb nicht, warum sie jetzt kündigt, sondern was Sie in den Monaten davor übersehen haben.

Der Abschied beginnt leise

Gute Leute kündigen selten wegen einer einzelnen Sache, sondern wegen vieler kleiner, über die nie jemand gesprochen hat. Ein Projekt, das ohne Erklärung gestoppt wurde. Eine Gehaltserhöhung, die auf später verschoben wurde. Ein Versprechen, das im Alltag unterging. Jede dieser Enttäuschungen ist für sich verkraftbar. Zusammen erzeugen sie ein Gefühl: Hier ändert sich nichts.

Dieses Gefühl zeigt sich, lange bevor es jemand ausspricht. Wer innerlich abschließt, macht weniger Vorschläge und meldet sich seltener für neue Aufgaben. Auch die Kritik kann verstummen. Das wirkt wie Ruhe, ist aber ein Warnsignal. Wer sich beschwert, hofft noch auf Besserung. Wer schweigt, hat diese Hoffnung womöglich aufgegeben.

Gute Leute kündigen selten wegen einer einzelnen Sache, sondern wegen vieler kleiner, über die nie jemand gesprochen hat.

Was gute Leute vermissen

Die Gründe unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Die folgenden fünf haben eines gemeinsam: Sie als Chef können sie direkt beeinflussen.

Zusatzarbeit als Belohnung. Wer zuverlässig ist, bekommt die nächste schwierige Aufgabe. Für Sie ist das bequem, für die Mitarbeiterin anfangs ein Lob. Nach einem Jahr fühlt es sich an wie eine Strafe für gute Arbeit.

Kein nächster Schritt. Gute Leute wollen sich entwickeln. Das muss nicht der Aufstieg zur Führungskraft sein. Es kann eine neue Aufgabe sein, mehr Verantwortung oder eine Weiterbildung. Spricht niemand mit ihnen über die nächsten zwei Jahre, suchen sie die Antwort woanders.

Schwache Leistung ohne Folgen. Liefert ein Kollege dauerhaft zu wenig und nichts geschieht, bemerken Ihre Besten das genau. Sie gleichen die Lücke aus und fragen sich irgendwann, wofür sie sich anstrengen.

Entscheidungen über ihren Kopf hinweg. Wer täglich mit Kunden arbeitet, kennt Probleme, die Sie vom Schreibtisch aus nicht sehen. Kommen Änderungen trotzdem ohne Rückfrage, hören diese Menschen auf, mitzudenken.

Geld erst beim Abschied. Kommt das Gehalt erst zur Sprache, wenn ein fremdes Angebot vorliegt, ist es zu spät. Ein Gegenangebot sagt dann vor allem eines: Wir hätten mehr zahlen können, haben es aber nicht getan.

Was ein Abgang kostet

Eine Kündigung kostet mehr als die Stellenanzeige für die Nachfolge. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen, runden Zahlen: Eine Fachkraft kostet Sie 5.000 Euro im Monat. Die Stelle bleibt vier Monate frei. Danach braucht die Nachfolgerin weitere vier Monate, bis sie so selbstständig arbeitet wie ihre Vorgängerin. Bewerten Sie die Arbeit dieser Stelle nur mit ihren Kosten. Gehen Sie außerdem davon aus, dass in diesen acht Monaten die Hälfte der Leistung fehlt. Dann entgehen Ihnen Leistungen im Wert von 20.000 Euro. Anzeigen, Vorstellungsgespräche und Ihre eigene Zeit sind dabei noch nicht eingerechnet.

Dazu kommt, was sich kaum beziffern lässt. Wissen über Kunden, das nirgends aufgeschrieben ist, geht mit. Und Kollegen, die die Mehrarbeit tragen, beginnen womöglich selbst, über einen Wechsel nachzudenken.

Das Gespräch, das Sie jetzt führen sollten

Warten Sie nicht auf das Austrittsgespräch, denn dann ist die Entscheidung gefallen. Sprechen Sie mit Ihren besten Leuten, solange sie noch bleiben wollen. Man kann das ein Bleibegespräch nennen: ohne besonderen Anlass, ohne Formular, ohne Bewertung. Diese Fragen eignen sich als Einstieg:

  • Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit gerade am meisten Freude?
  • Was kostet Sie unnötig Kraft?
  • Wo sehen Sie sich hier in zwei Jahren?
  • Was müsste passieren, damit Sie über einen Wechsel nachdenken?

Hören Sie zu, ohne sich zu verteidigen, und schreiben Sie mit. Vereinbaren Sie zum Abschluss eine konkrete Sache, die Sie bis zu einem festen Termin erledigen. Ein Gespräch ohne Folgen ist schlechter als gar keines. Es bestätigt genau das Gefühl, das gute Leute aus dem Betrieb treibt.

Beginnen Sie mit den zwei oder drei Menschen, deren Kündigung Sie am härtesten treffen würde. Laden Sie sie noch in dieser Woche zu einem ruhigen Gespräch ein.

Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von KI.

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